Stift Admont:
Zu Besuch in der größten Klosterbibliothek der Welt

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© By Sheila 

Licht, Gold und Wissen, das sind die Eindrücke, die nach meinem wunderbaren Besuch in der Klosterbibliothek des Stifts Admont zurückbleiben. Dieses Jahr feiert das Kloster sein 945- jähriges Bestehen. Ein willkommener Anlass, um einen Kulturschatz zu besuchen, vor dem Besucher nur Schweigen können. ZUCKERL: Am Ende meines Beitrags findet ihr einen Tipp, wie ihr hier günstig ein paar wunderschöne Tage verbringen könnt.

Ich fühle mich oft wie eine Schatzjägerin, wenn ich für taleslikeart.com unterwegs bin. Diese Woche hat es mich in den Nationalparks Gesäuse verschlagen. Die Luft schmeckt klar und rau, es ist still bis auf friedliches Vogelgezwitscher. Das Benediktinerkloster Admont liegt zu Füßen einer beeindruckenden Bergkette. Auf in den größten klösterlichen Bibliothekssaal der Welt, ein Kulturschatz im Herzen Österreichs.

Wandering around the beautiful library of Admont Abbey.
Alice im Wunderland lässt grüßen...

„Wie den Verstand soll auch den Raum Licht erfüllen.“
– Josef Hueber

Die ersten Momente in der Bibliothek nehmen mir den Atem. Zu schön. Im Spätbarock erbaut, fühlen wird deutlich, dass die Ideen der Aufklärung, den Barockbaumeister Josef Hueber beim Bau des Bibliothekssaals begleitet haben. Sieben Deckenfresken verstärken den Eindruck eines Himmels auf Erden. Sie geben die Stufen der menschlichen Erkenntnis wieder, die in der Mittelkuppel als „göttliche Offenbarung“ kumuliert. Vor den Bücherregalen sind Statuen aus Lindenholz platziert, gefertigt vom Josef Stammel, darunter die Darstellungen von Tod, Hölle, Himmel und Gericht.

One of the seven ceiling frescoes of Admont Abbey.
Eines der sieben Deckenfresken.

Die Bücher in den prachtvollen Regalen sind, Überraschung, alt und unsagbar kostbar, in dem Saal selbst sind es 70.000 an der Zahl. Insgesamt verfügt das Admont über Bestand von 200.000 Bänden. In der Bibliothek befinden sich hunderte Handschriften, die bis ins 8. Jahrhundert datiert werden können. Es ist unfassbar. Meine Vorstellung lebt auf, wenn ich daran denke, dass ein paar Meter von mir ein Buch steht, das zuletzt vor ein paar hundert Jahren aufgeschlagen wurde. Es ist, als ob ich dadurch eine Verbindung erfahre zu diesem vergangenen Moment, wie durch ein Portal. Einzig frage ich mich, ob ich es in dieser atemberaubenden Umgebung tatsächlich schaffen würde, mich auf die Seiten und Inhalte zwischen den ledernen Umschlägen zu konzentrieren. Ich bezweifle es.

The statue "Resurrection and judgment" at the library of Admont Abbey.
Die Statue "Erlösung und Gericht", geschaffen aus Lindenholz.

Nächstes Gedankenexperiment: Wäre dieser Saal für andere Besucher gesperrt, in der Mitte ein bequemes Bett, eine Couch oder was man eben bevorzugt und nur man selbst unter den Büchern, tagein- tagaus. Bei Hunger oder Durst kann eine Glocke geläutet werden, ansonsten lebt man alleine unter Büchern. Würde ich dann lesen? Eventuell. Aber für ein Weilchen ließe es sich so in jedem Fall gut leben…

Das Stift Admont ist in vielerlei Hinsicht reichhaltig an Wissen: Neben der berühmten Bibliothek befinden sich hier auch Museen für Gotik und Kunst des Mittelalters, sowie Kunst der Gegenwart.
 
MEIN TIPP: Sowohl die Kulturschätze hinter den Mauern, als auch die Natur der Umgebung laden zu einem verlängerten Wochenende ein. Gegenüber des Stifts befindet sich eine Jugendherberge  zauberhaften Schloss Röthelstein, in man der günstige und wunderschöne Zimmer buchen kann. 

P.S. the Abbey’s own wine is also only to be recommended. We thoroughly enjoyed it, later on this beautiful day.

The entrance of the largest monastic library worldwide at Admont Abbey.
Der Eingang zur größten Klosterbibliothek der Welt

Bis zum nächsten Beitrag…

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